Harmonische Partnerschaft fördert Gesundheit

Eine funktionierende Partnerschaft wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Das haben Studien immer wieder bestätigt – und auch die meisten Frauen und Männer in Deutschland sind davon überzeugt: 88 Prozent glauben, dass es einen Zusammenhang zwischen einer funktionierenden Beziehung und der Gesundheit gibt. Das ist das Ergebnis einer Studie von Zweisam.de. Das Partnerportal für Singles über 50 hat dazu gemeinsam mit Ipsos 1.000 Deutsche repräsentativ befragt. Demnach sagt jeder Zweite: „Wenn ich in einer glücklichen Partnerschaft lebe, fühle ich mich auch gesundheitlich besser.“

„Soziale Faktoren spielen eine wichtige Rolle“

Laut Dr. Stefan Woinoff, Psychotherapeut und Beziehungsexperte bei Zweisam.de, deckt sich dieses Grundgefühl mit dem Stand der Forschung: „Soziale Faktoren spielen eine wichtige Rolle für die Entstehung von Krankheiten und den Erhalt der Gesundheit. Da eine Paarbeziehung eine der intensivsten sozialen Bindungen ist, die wir eingehen können, ist gerade sie wichtig, wenn wir bis ins hohe Alter körperlich und geistig fit bleiben wollen. Entscheidend ist hierbei die Qualität der Beziehung.“

Gute Beziehung, weniger Stress

Die Reduzierung von Stressfaktoren im Rahmen einer harmonischen Beziehung ist laut Dr. Woinoff der Hauptgrund für deren positive Auswirkung auf die Gesundheit. „Es hat sich gezeigt, dass eine gute Beziehung weniger Stress und weniger Stress eine bessere Gesundheit bedeuten. Denn weniger Stress senkt unter anderem den Blutdruck und ist gut für das Herz-Kreislaufsystem.“ Kein Wunder, dass das auch viele der Befragten so erleben: 41 Prozent sind der Meinung, dass eine funktionierende Partnerschaft gut gegen Stress ist.

Es liegt auf der Hand, dass sich Menschen in einer Partnerschaft weniger einsam fühlen. Das bestätigt die aktuelle Studie. Aber wirkt sich das tatsächlich auf die Gesundheit aus? „Ja, das Thema Einsamkeit ist nicht zu unterschätzen“, sagt Dr. Woinoff. „Wer einsam ist, muss erhebliche soziale Defizite hinnehmen und fügt seiner Gesundheit Schäden zu, die vergleichbar sind mit Bewegungsmangel, Übergewicht und Zigarettenkonsum.“

Mehr Sex, häufigere Gespräche, gesünderes Essen

Aus Sicht von Dr. Woinoff haben insbesondere Berührung, Zärtlichkeit und Sex positive Auswirkungen auf die Gesundheit: „Der taktile Sinnesgenuss, also Zärtlichkeit, ist nicht nur angenehm und lustvoll, sondern lindert auch Schmerzen, beschleunigt Heilungsprozesse, reduziert Ängste, verhindert Depressionen und baut Stress ab. Er löst Verspannungen, steigert die Lernfähigkeit und stärkt das Immunsystem. Selbst der Blutdruck sinkt. Zärtlichkeit ist also heilsam für Leib und Seele.“ Die biologisch-chemischen Hintergründe sind laut Dr. Woinoff gut erforscht: „Der Körper schüttet unter angenehmen Berührungen weniger Stresshormone und mehr Oxytocin aus, ein Hormon, das unser Gehirn auch während der Geburt und des Orgasmus abgibt. Zusätzlich werden Endorphine, also körpereigene Schmerzhemmstoffe, freigesetzt.“ Doch Sex sei nicht gleich Sex: Wer seine Gesundheit fördern wolle, solle sich viel Zeit für die gemeinsame Erotik nehmen. „Wichtig sind körperliche Berührungen, Küsse und vor allem Zärtlichkeit.“

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